Digitalisierung zählt dort am meisten, wo die Zeit ehrenamtlich ist.

Der FlorianManager bildet den gesamten Ablauf einer Freiwilligen Feuerwehr ab — von der Alarmierung über Mannschaft und Ausbildung bis zur Prüfplakette am Gerät.

Zwei Feuerwehrmitglieder in dunkler Dienstkleidung stehen abends in einer Fahrzeughalle an einer Werkbank vor Regalen mit Schläuchen und schauen gemeinsam auf ein Tablet; rechts im Bild ein rotes Feuerwehrfahrzeug mit Rollläden.
Bild: KI-generiert
Kunde
Freiwillige Feuerwehr Neustift im Stubaital, Tirol (AT)
Branche
Freiwillige Feuerwehr / Ehrenamt
Zeitraum
seit 2026 im Echtbetrieb
Rahmen
ÖBFV-Richtlinien KS-10 (Atemschutz) und GP-01 (Hydraulik)
  • Konzeption
  • Entwicklung
  • Betrieb
  • Weiterentwicklung im Echtbetrieb

Ausgangslage

Über Digitalisierung wird meist mit Blick auf Unternehmen gesprochen. Dabei trifft sie niemanden härter als Organisationen, in denen Verwaltungszeit Freizeit ist. In einer Freiwilligen Feuerwehr fehlt jede Stunde, die nach dem Einsatz in Formulare geht, bei Ausbildung und Gerät. Die Einsatzdaten müssen trotzdem in die landesweite Feuerwehr-Verwaltungsplattform, und bei den Geräten hängt an einer versäumten Prüffrist mehr als ein Termin.

Gewachsen war das über Jahre in zwei getrennten Anwendungen — eine für den Einsatz, eine für die Geräte. Zwei Systeme heißt zwei Mal Stammdaten, zwei Anmeldungen, zwei Wahrheiten. Seit 2026 ist beides ein Produkt.

Was die Anwendung abdeckt

Alarm und Einsatz

Die Alarmmeldung legt den Einsatz selbst an, der Alarmzettel druckt im Gerätehaus von selbst, die Anzeige dort läuft in Echtzeit mit. Dokumentiert werden Fahrzeuge, Besatzung, Fahrer, Gruppenkommandant, Atemschutz und Ausrückzeiten.

Mannschaft, Übung, Ausbildung

Übungen einteilen und Anwesenheiten führen, inklusive Sonderformen wie Spezial- und Atemschutzübungen. Dazu der Ausbildungsstand je Mitglied: wer welche Lehrgänge und Berechtigungen hat, übernommen aus der landesweiten Plattform statt doppelt gepflegt.

Geräte und Prüfwesen

Bestand, Standorte und Zuordnung zu Fahrzeugen, Fristen mit Vorwarnung, unveränderliche Prüfprotokolle mit Messwerten, Ergebnis und Prüfer, Mängelverfolgung. Am Gerät hängt ein QR-Code: scannen und sehen, woran man ist — auch ohne Anmeldung, auf das Nötigste beschränkt.

Werkstatt nach ÖBFV

Atemschutz nach KS-10 mit Sollwerten, Ampelbewertung, Flaschenfüllung und Tragezeitkonto. Hydraulik nach GP-01 über die Prüfstufen I bis IV. Dazu Bekleidung mit Reinigungsaufträgen und Waschzähler sowie Funkgeräte und Pager samt Zuordnung zum Mitglied.

Gerät im Einsatz

Welches Gerät war bei welchem Einsatz dabei. Beim Abschließen des Einsatzes merkt sich das System, was danach durchzusehen ist, und schlägt die Tragezeiten der Atemschutzträger vor. Der Nachweis entsteht im Betrieb, nicht am Abend vor der Kontrolle.

Abgleich, Auswertung, Betrieb

Automatischer Abgleich zur landesweiten Plattform, sobald der Einsatz abgeschlossen ist — mit selbst gepflegter Stichwortzuordnung. Statistiken und Exporte für den Jahresbericht aus denselben Daten. Erinnerungen an fällige Prüfungen per Mail und Push, Rollen je Zuständigkeit, Daten in österreichischen Rechenzentren.

Ergebnis

Erfasst wird einmal, an der Stelle, an der die Information ohnehin anfällt. Alles Weitere hängt daran. Die Anwendung läuft im Echtbetrieb einer aktiven Feuerwehr, das Altsystem ist abgeschaltet — jede Rückmeldung aus einem realen Einsatz landet direkt in der nächsten Version.

Diese Software ist nicht am Reißbrett entstanden. Sie ist entstanden, weil ich nach dem Einsatz selbst vor dem Formular gesessen bin.
Christoph RanalterRaDigSol e.U., aktives Feuerwehrmitglied

Erkenntnis

Software fürs Ehrenamt wird nicht daran gemessen, was sie kann, sondern daran, wie viel Zeit sie zurückgibt. Der wirksamste Hebel ist selten eine neue Funktion — es ist die Schnittstelle, die eine Doppelerfassung überflüssig macht.